Eigentlich ist es ja schon müßig, sich über den Beginn der Vorvorvorweihnachtszeit aufzuregen. Sei's drum, heute war es also soweit. Landauf landab öffneten im Land zwischen Ruhr und Emscher die Weihnachtsmärkte. Der hiesige Markt hat aber eine absolute Attraktion zu bieten. Von heute, ja von HEUTE, an schwebt jeden Abend um 18.00 und 19.30 Uhr "Santa Claus" auf seinem Rentierschlitten einmal über den Dr. Ruer-Platz, gemimt von einem Hochseilartisten. Ho Ho Ho, sag ich da nur. Einmal zwischen Sparkasse und ehemaliger Westfalenbank hin, und anschließend rückwärts wieder zurück. Oh du fröhliche. HERRSCHAFTSZEITEN! Wie gut, dass man sich da in die Sakristei seiner Pfarrkirche zurückziehen kann, um ein anderes Theatrum sacrum im Entstehen beobachten zu können. Wie sagte unser Küster heute zu den vorbereiteten Altarkerzen: "Die essen kein Brot, die werden nicht schlecht, also kann ich sie doch schonmal vorbereiten."
19. November 2009
Brot und Rosen

Am Gedenktag der hl. Elisabeth ist in unserer Pfarrkirche die Statue der Heiligen im Hochaltar den ganzen Tag über mit einem Rosengesteck und brennenden Kerzen geschmückt.
Heute Abend in der Abendmesse haben wir besonders der vor 2 Tagen verstorbenen Mutter eines sehr lieben Freundes gedacht. Die Legende vom Rosenwunder ist nun keine genuin mütterliche, aber sind es nicht gerade die Mütter, die ihren Kindern Brot zum Leben und so manche Rose zur Freude reichen? Können wir Kinder nicht oft erst spät im vermeindlich harten Brot die Rose unter der Decke erkennen? Als Geläut zu dieser Abendmesse erklangen die Josephs-, die Michaels- und die Engelglocke. Der Patron der Sterbenden und die Engel, die die liebe Verstorbene nun hoffentlich an der Himmelspforte empfangen. Für den Wissenden sinnreiche Musik und tröstender Klang.
Ich trauere mit diesem lieben Freund und bitte alle Leser dieser Zeilen um ein Gebet für ihn und seine Mutter.
Zum Ende der hl. Messe bekamen alle Gläubigen eine Rose überreicht. Ein eigenartig warmes Gefühl, wenn man gerade einer Frau namens Rosa gedacht hat.
18. November 2009
Robert Enke zum hoffentlich letzten.
Ein großer Vorteil des katholischen Bloggertums ist es, über Umwege immer mal wieder an richtig gute Texte zu gelangen. So einen, wie es dieser hier ist.
Ein großer Vorteil des katholischen Bloggertums ist es, über Umwege immer mal wieder an richtig gute Texte zu gelangen. So einen, wie es dieser hier ist.
15. November 2009
Die größte Trauerfeier in der Geschichte der BRD
Lesenswertes zum Fall Robert Enke. Zitat:
"Wie sehr der Kult um das ans öffentliche Licht gezerrte Innerste des Menschen traditionelle Glaubensinhalte abgelöst hat, zeigt sich auch daran, dass eine protestantische Bischöfin einen ergriffenen Nekrolog auf Enke hielt, ohne die im christlichen Verständnis als Sünde betrachtete Selbsttötung moralisch infrage zu stellen. "
11. November 2009
Wenn der Papst tot ist 2
...oder - wenn man bemerkt, dass man am Leben ist. Äußerst intensive Tage. Ein Reformationstag, der datumsmäßig so ungünstig lag, dass er in vielen evangelischen Gemeinden einfach unter den Tisch gefallen ist.
Ein Allerheiligenfest am Sonntag, an dem viele Geläuteautomaten den katholischen Gemeinden vorgaukelten, es sei ein normaler Sonntag.
Ein Allerseelentag, an dem doch irgendwie fast nur noch die Ommas in die Kirche gehen.
Ein neuer Heiligengedenktag, an dem unser Nationaltorwart freiwillig verstarb. Plötzlich ist eine Marktkirche bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Plötzlich gibt es keine Regie und keine haarscharfe Tonübertragung mehr bei einem TV-Gottesdienst, obwohl sich manch ein Sender weigert, gewisse Anforderungen bei einer Bischofseinführung zu erfüllen (Genn-WDR).
Das alles an einem St. Martins-Tag, an dem sich gerade mal noch Kindergartenkinder zu einem Martinszug versammeln, an dem es in rheinischen Metropolen ums Küssen geht. Wie passend zur just neu pandemiegeregelten Schweinegrippe.
Die ehemaligen St. Martinskinder haben ihre Energie bereits am kürbisumstrahlten Vorabend des Festes aller Heiligen verpulvert. Ob jemand bei den blutgezierten Masken dieses Vorabends auch noch an die blutgezierten Bahngleise in der Nähe von Hannover denkt? Realität vs. Computerspiel? Und zwischendrin feiern ein paar Kaputte den Weihetag einer Kirche irgendwo in Italien.
Amen Halleluja, ich danke Gott dafür, dass er mir in diesem Jahr so unglaublich viel Gutes geschenkt hat, auch wenn ich sein Lob nicht tagtäglich in lateinischen Versen singe!
Wenn der Papst tot ist
Ich möchte die Trauer um Robert Enke nicht schmälern und die persönliche Tragödie nicht relativieren. Aber was sich da heute abgespielt hat, wirft ein deutliches Licht auf die Seelenverfassung unseres Volkes.
Ein (bestbezahlter) Fußballspieler kommt mit seinem Leben nicht mehr klar. Seine Frau tritt nur wenige Stunden nach seinem Freitod vor eine Pressekonferenz. Spontan wird nicht nur ein Trauermarsch organisiert, sondern spontan betritt auch die oberste Hirtin der evangelischen Kirche die Bühne in einer Trauerandacht, zu deren Ouvertüre eine Glocke läutet, die sonst nur hohen, christlichen Feiertagen vorbehalten ist, die ganz spontan (die Technik verriet es) in der ARD übertragen wurde, und für die sogar die "Verbotene Liebe" ausfällt.
Wohin man um ca. 19.00 Uhr auch zappt, auf allen Kanälen die Tragödie um Robert Enke. Hunderte Lichter brennen. Hunderte Menschen zeigen sich betroffen.
Ist der Papst verstorben?
Was ist mit den anderen 100 (?) Suiziden heute in unserem Land?
Eines tröstet mich in gewisser Weise: die Sehnsucht nach Heiligen ist auch in Deutschland offensichtlich ungebrochen.
Leider legen wir aber die Ikonen lieber vor das Stadion von Hannover96, anstatt sie im häuslichen Raum zu verehren...
Verbotene Liebe. So sieht es eben aus in Deutschland.
7. Oktober 2009
Ein Mauerblümchen
Wer sein geistliches Leben nicht nur aus römischen Rubriken schöpft, wird hoffentlich früher oder später über den Christus-Rosenkranz der evangelischen Michaelsbruderschaft stolpern. Eine schöne Variante des Rosenkranzes, die so manchem Katholiken zum Beispiel bei einer eucharistischen Anbetung gut zu Gesicht stünde. Das wäre dann mal gelebte Ökumene.
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